Dienstag, 19. Oktober 2021

[ #geschichte ] Kein Intelligenzwahlrecht für Lehrerinnen


Steuerpflichtige Frauen waren in den österreichischen Ländern bereits vor 1918 aktiv wahlberechtigt, denn wer ein Mindestmaß an direkten Steuern zahlte, war in Vorarlberg zum Gemeindeausschuss und zum Landtag aktiv wahlberechtigt; selbst Minderjährige (bis 1909) und ebenso juristische Personen.

Umstritten bliebe hingegen die Anwendung des Intelligenzwahlrechtes: 1849/50 unterschieden viele Gemeinden im Zuge der Gemeindeautonomie in ihren Wahlordnungen nicht nach dem Geschlecht. Steuerzahlerinnen waren auf der Basis von Haus- oder Grundbesitz bzw. Gewerbe oder Erwerb wahlberechtigt. Ohne Steuerauflagen dürften u.a. Staatsbeamte, Akademiker und Lehrer wählen. Die Frage, ob Frauen in diesem sogenannten “Intelligenzwahlrecht” eingeschlossen waren, wurde in späteren Jahrzehnten zu einem Streitpunkt.
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Montag, 20. September 2021

[ #bürgerInnen ] Margret Dünser aus Dornbirn - Von der Klosterschule auf die VIP-Schaukel

Wenn man dereinst eine Vorarlberger Frauengeschichte schreiben wird, dann darf sie nicht fehlen, die Dornbirnerin Margret Dünser (geb. 27.7.1926 in Dornbirn; gest. 5.6.1980 in Basel).


Vorarlberger Klosterschülerin. Nach dem Besuch der Klosterschule Bregenz-Marienburg arbeitete Margret Dünser als Autorin und Sprecherin beim ORF-Landesstudio in Dornbirn und stieg mit nur 28 Jahren 1954 zur bislang einzigen weiblichen Programmdirektorin auf. Schon 1952 war sie Leiterin der Literaturabteilung der Sendergruppe WEST (Tirol/Vorarlberg) und eben 1954 dort Programmdirektorin geworden. Es wird uns berichtet,dass sie perfekt Englisch, Französisch und Italienisch sprach. Dies nur wenige Jahre nach dem Zusammenbruch des fremden- und sprachenfeindlichen Nationlasozialismus! Diese jugendliche und feminine Karriere rief wohl den Neid männlicher Kollegen hervor - so wird uns jedenfalls berichtet - und diese Intrigen brachten die Dornbirnerin angeblich sogar kurzfristig hinter Gitter.

Konservative Provinz Vorarlberg. Dieser Neid und diese Missgunst entsprach ganz und gar dem Vorarlberger Politikverständnis, das weder mit der austrofaschischistischen noch mit der nationalsozialistischen Frauenfeindlichkeit gebrochen hatte. Der Platz der Frau war am Herd, in der Küche und bei den eigenen Kindern. Noch nicht einmal als Lehrerinnen waren Frauen erwünscht. Erst 1956 wurde ein geistliche Laien-Religionslehrerin in Vorarlberg beschäftigt!

Und der Rundfunk war im Jahr 1954 auch in Vorarlberg ein politischer Streitgegenstand. Landeshauptmann Ulrich Ilg - wollte ganz gegen die österreichische Bundesverfassung und Entscheidung des Verfassungsgerichts - das Dornbirner Studio in Landeshoheit verwalten. Ulrich Ilg, alles andere denn ein gewachsener Demokrat, war immerhin seinerzeit Mitglied einer austrofaschistischen Regierung und er konnte sich auch nach 1945 die dümmliche Bemerkung nicht verkneifen, dass Vorarlberg ein "kleines Diktatürle" brauche. Nun die Post kappte am 1. Dezember 1954 kurzerhand die Leitung und am 3. Dezember um 5.30 meldete sich der "Österreichische Rundfunk, Radio Vorarlberg".

Internationalismus versus Provinz. Doch zurück zu Margret Dünser. Vollständig rehabilitiert, verließ sie die Republik Österreich. Seit 1956 war Margret Dünser vorwiegend in Deutschland tätig. Zunächst war sie Reporterin beim Süddeutschen Rundfunk, Stuttgart, 1960 wurde sie Leiterin der Redaktion Zeitfunk beim SDR, 1963 Redakteurin für besondere Aufgaben und Moderatorin beim ZDF, 1964-70 war sie Autorin und Sprecherin der Sendungen ROM AKTUELL, LONDON AKTUELL, PARIS AKTUELL, 1968 mit der "Goldenen Kamera" und 1969 mit einem 1. Preis des italienischen Außenhandelsministeriums, des I.C.E., Rom, ausgezeichnet. Die ehemalige Vorarlberger Klosterschülerin sprach fließend Englisch, Französisch und Italienisch, was die zeitgenössische deutsche TV-Generation, die ja im Tausendjährigen Reich kaum fremdsprachlich unterwiesen worden war, ganz besonders beeindruckte.


High Society versus Republik. Populär, also eine "Very Important Person" wurde die Dornbirnerin ab 1971 insbesondere als Autorin und Präsentatorin der "V.I.P.-Schaukel". Sie interviewte für diese Sendung Persönlichkeiten des Films, aller Kunstbereiche, der Wissenschaft, der Politik und der internationalen Society. Sie präsentierte diese "very important persons" (VIP) in sechs bis acht Sendungen pro Jahr. 20-30 Millionen Menschen schauten regelmäßig damals zu. Sie brachte den Zuschauern die “große, weite Welt” ins Haus. Die Sendung war so erfolgreich, da sie mit ihrer Persönlichkeit das Vertrauen der interviewten Prominenten gewinnen konnte. Als Folge konnte sie die Unterhaltungen meist in der privaten Umgebung ihrer Gesprächspartner führen.

Margret Dünser war aber keine Klatschreporterin a la Seitenblicke. Viele Journalisten versuchten ihren unvergleichlichen Stil erfolglos nachzuahmen. Sie selbst hielt sich im Hintergrund. Sie kommentierte ausschließlich aus dem Off und war in den Filmbeiträgen allenfalls kurz beim Händeschütteln oder während des Gesprächs von hinten zu sehen. Im Kommentar hob sie die Vorzüge ihrer Interviewpartner hervor, ging aber auch auf Schwächen und Misserfolge ein. Dass sie fließend Englisch, Französisch und Italienisch sprach kam ihr dabei ganz besonders zugegen. Sie besuchte die Stars meistens zu Hause, stellte sich auf sie und ihr Umfeld ein, war immer höflich, aber hartnäckig, ging bei den Gesprächen in die Tiefe und erreichte auf diese Weise, dass sich die Stars öffneten, den PR-Text vergaßen und von ihren Ängsten und Träumen redeten. Ihre solide journalistische Arbeit und ein hartnäckiges Interesse an Weltgeschehen und Geisteswissenschaft konnte den Gesprächspartnern durchaus zu schaffen machen. Und ehe sich die publicityerfahrenen Stars versahen, zitierten sie auf Dünsers Bitte hin Rilke (Richard Widmark) oder philosophierten über ihre Angst vor dem Tod (Richard Burton). Und weder vom Reichtum der Rockefellers noch von der Macht eines Edward Kennedy ließ sich die Journalistin einschüchtern. Bis heute gilt die "V.I.P-Schaukel" als nie wieder erreichter Standard des TV-Klatsches.

Einmalig und unwiederholbar. Am 9. Mai 1980 lief im Programm des ZDF die letzte Sendung der Reihe "V.I.P.- Schaukel", in der Margret Dünser die Schauspieler Robert Redford und Dustin Hoffman und den durch die sogenannte Watergate-Affäre zu trauriger Berühmtheit gelangten Nixon-Berater John Ehrlichman in Gesprächen vorstellte. Die Kommentierung dieser Sendung vollendete Margret Dünser im Krankenhaus in Basel.Margret Dünser starb am 5.Juni 1980 nach langer Krankheit, nicht ganz 54 Jahre alt, in einem Krankenhaus in Basel. "Selbstverständlich werden wir die V.I.P.-Schaukel nicht mehr weiterführen", entschied ZDF-Unterhaltungschef Peter Gerlach schon zwei Tage später, am 7. Juni 1980. Obwohl das Jet-Set-Magazin regelmäßig 20 bis 30 Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockte, blieb ihm keine andere Wahl: Margret Dünser, zwei Tage zuvor in Basel gestorben, war in ihrer Art eben einmalig und unwiederholbar.

Die Liste der von "Düsen-Dünser" interviewten Personen ist ein Who is Who:


1972: Gina Lollobrigida / Curd Jürgens / Gunter Sachs / Bob Hope / Peter Ustinov / Jerry Lewis / Zsa Zsa Gabor / Tony Curtis / Carrol Righter, Astrologe / Sammy Davis jr. / Hugh Hefner / Alfred Hitchcock / Henry Fonda / Kim Novak / Lord Snowdown / Roger Moore / Tony Curtis / Kurt Waldheim

1973: Stewart Granger / Königin Sirikit / König Bhumibol von Thailand / Anthony Quinn / Maharadscha von Dschaipur, Indien / Vanderbuilt / Peter Fonda / Rita Hayworth

1974: Jolie Gabor / Eva Gabor / Magda Gabor / Zsa Zsa Gabor / Rachele Mussolini, Witwe von Mussolini / Tennessee Williams / Truman Capote

1975: Baron Philippe de Rothschild / Paul Bocuse, Meisterkoch / Malcolm Forbes Fachzeitschriftenverleger / Richard Smart, Ranchbesitzer / Ronald Reagan / Nancy Reagan / Rock Hudson / Jay Jay Armes / Herzog und Herzogin von Bedford / Edith Head / Telly Savalas / John Carras

1976: Bette Davis / Madame Jihin Sadat / Lee Bailey, Rechtsanwalt / Siegfried & Roy / Sir Edmund Hillary, Bergsteiger / Gregory Peck / Marcello Mastroianni / Rudolf Nurejew / Sarah Caldwell / Osman Ahmed Osman, Bauunternehmer / Reverend Ike, Prediger

1977: Herzog von Marlborough John George / Dr.Ivo Pitanguy, Schönheitschirurg / Joanne King Herring, Partyveranstalterin / Hans Stern / Oscar Niemeyer / Endere Szász / John Osborne, Autor / Arnold Schwarzenegger / Robert David Lion Gardiner / Woody Allen / Jacques Tati / Lillian Carter / Catherine Deneuve / John Connally

1978: Michael Caine / Mildred Mary Bruce, Rennfahrerin, Pilotin / Lord Alexander Fermor Hesketh, Formel-3-Team / Telly Savalas / Roger Moore / Edward Heath / Harold Wilson / Lord Carnavon / Cantinflas (Mario Moreno) / Louis de Funès / Eugène Ionesco / Hope Hampton, Schauspielerin / Maximilian Schell / Gene Hackman / Frank Borman, Eastern Air Lines / Steve Guttenberg

1979: Vincent Price / Salvador Dali / David Shepherd, Kunstmaler / James Stewart / Jean-Jacques Montfort, Kunstfälscher / Simon Fraser 14th Lord Lovat / Marjoe Gortner / Norton Simon / Clifford Irving. Daneben auch: Henry Miller / Raquel Welch / Sophia Loren / William Cecil Vanderbilt / Chief Dan George, Häuptling / William F. Rockwell / Richard Burton / Anthony Perkins / Marquis de Sade / Kirk Douglas / Lord Patric Lichfield / Jane Fonda / Burt Reynolds / Rhonda Fleming.

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Montag, 13. September 2021

[ #bürgerInnen ] Ein "Moorsoldat" aus Dornbirn: August Weiß (1921-2008)


Der Dornbirner Kriegsdienstverweigerer August Weiß kam in das KZ Esterwegen im Börgermoor.

August Weiß (1921-2008) wurde als Sohn des Kaminkehrers Karl Weiß und der Maria Weiß (geb. Feuerstein) in Dornbirn geboren. Er hatte vier Geschwister, und das Elternhaus war sehr katholisch. Die ökonomische Situation im Elternhaus ermöglichte dem hochbegabten Kind keinen weiterführenden Schulbesuch, so dass er nach der sechsjährigen Volksschulzeit ab 1936 bei der Textilfirma F.M. Hämmerle arbeiten musste.
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Samstag, 11. September 2021

[ #geschichte ] Verein Arbeiterheim Dornbirn


[Free eBook] Zentrum der sozialdemokratischen Bildungsarbeit und zugleich "der wichtigste Kristallisationspunkt der Vorarlberger Sozialdemokratie, [wo] die Fäden der heimischen Arbeiterbewegung [zusammenliefen]" (Werner Bundschuh), war das Arbeiterheim in der Viehmarktstraße 3.

Im März 1919 von der Genossenschaft der "Vereinigten Schreiner" erworben, fungierte ein eigens hiezu gegründeter Verein als Erhalter. Hier tagten die Parteigremien, trafen sich die diversen sozialdemokratischen Vereine, Vorträge wurden gehalten, Schulungen von Parteijugend und Frauenfunktionärinnen durchgeführt sowie Feste gefeiert. Die 1924 angesuchte Schankkonzession ermöglichte die Verpflegung der zahlreichen BesucherInnen. Eine hauseigene Bibliothek stand zur Verfügung.
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Samstag, 4. September 2021

[ #marktplatz ] Ländle Rezepte - Küche mit regionalen Produkten

Hmmm! Gerolltes Cordon-Bleu vom Ländle Alpschwein mit Schinken und Rheintaler Käse

Keine originäre traditionelle Vorarlberger Küche aber eine Küche mit regionalen Produkten. 

Die Website für die Vermarktung Vorarlberger Landwirtschaftsprodukte "www.laendle.at"  bietet eine schöne Rezeptseite zum Kochen mit regionalen Produkten. Die Rezepte sind klar und verständlich geschrieben, die Zutatenliste für vier Personen konzipiert.
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Samstag, 21. August 2021

[ #kultur ] Das Stadtmuseum Dornbirn


Das noch  junge Dornbirner Stadtmuseum ist in einem 200 Jahre alten Patrizierhaus (Lorenz-Rhomberg-Haus) am Dornbirner Marktplatz untergebracht. 

Es befindet sich damit direkt am Eingang der Fußgängerzone auf der dem Rathaus gegenüberliegenden Seite, hinter der Bushaltestelle Rathaus und ist juristisch seit 1997 als eine Abteilung der Stadt Dornbirn konstruiert.
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Donnerstag, 19. August 2021

[ #rathaus ] Vorarlberger Projekthandbuch - Eine Anleitung für Gemeinden

Gemeinden sind häufig mit komplexen, neuartigen und zeitlich abgrenzbaren Aufgabenstellungen konfrontiert. 

Das in der Schriftenreihe Raumplanung erschienene "Projekthandbuch für Gemeinden" erklärt, wie ein Projekt vom Anfang bis zum Ende organisiert werden kann. Freilich sollte es der User nicht zu eng sehen:

Das Handbuch ist auch für zahlreiche Projekte in der Zivilgesellschaft oder in Unternehmen ein geeigneter Helfer.
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